Junge Menschen
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Junge Menschen

EOTOs Jugendarbeit entwickelte sich aus den anfänglichen ehrenamtlichen Aktivitäten des Vereins. 2017-2019 wurde das Jugend-Modellprojekt Building Time durch das Bundesministerium für Familie (BMFSFJ) gefördert. Seit 2020 wird die die EOTO Jugendarbeit auf Berliner Senats- und Bezirksebene gesichert.

eotos jugendarbeit

EOTOs Jugendarbeit hat sich aus den anfänglichen, zumeist ehrenamtlichen Aktivitäten des Vereins von und für junge Schwarze Menschen, weiter entwickelt. Als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe ist es EOTO besonders wichtig, junge Menschen als aktive Beteiligte in den Schwarzen Communities zu verstehen, sie in die Gestaltung des Vereins mit einzubeziehen und ihnen dabei in ihren spezifischen Lebensherausforderungen bei Bedarf zu begleiten und zu unterstützen. Bis dato gibt es in Deutschland und Berlin, bspw. in Berlin Mitte, noch zu wenige spezifische Angebote welche die konkreten Bedarfe Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Jugendlicher und junger Menschen, abdecken.

Daher ist die Jugendarbeit, neben der Bibliothek, schon seit 2014 ein Herzstück von EOTO: Jugendliche haben das Community-Projekt aktiv mitgestaltet und die Strukturen des Vereins maßgeblich geprägt. Hierbei war die Arbeit der Black Diaspora School (BDS) wegweisend und formend.

KONTEXT

Durch das Modellprojekt “Building Time - Jugendarbeit, Empowerment, Community Building”  konnte im Jahr 2017 an diese wegweisende Arbeit der BDS angeknüpft werden. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Von 2017-2019 konnten Elemente der vorherigen Angebote innerhalb des neuen Rahmens verstetigt, ausgebaut und professionalisiert werden.

Seit 2020 wird die die EOTO Jugendarbeit hauptsächlich durch den Berliner Senat für Jugend, Bildung und Familie und das Bezirksamt Berlin Mitte finanziert.

Ziel unserer Jugendarbeit ist es Angebote zu schaffen, zu verstetigen und nachhaltig im Kiez, im Bezirk Mitte und in Berlin als Stadt zu verankern, die als safer spaces für Schwarze, afrikanische und afrodiasporische Jugendliche zu begreifen sind. So soll mit unseren Angeboten eine Lücke geschlossen werden, sowie eine wichtige Zielgruppe mit spezifischen Bedarfen, erreicht als auch effektiv begleitet und unterstützt werden.

Unsere Zielgruppen sind vordergründig Schwarze, afrikanische und afrodiasporische Jugendliche sowie junge People of African Descent (PAD) im Alter zwischen 15-27 Jahren in Berlin. Gelegentlich bieten wir auch Angebote für Schwarze Fachkräfte an.

Im Zentrum unserer Jugendarbeit steht der Ausbau, die Intensivierung und Weiterentwicklung des Empowerments für junge Schwarze, afrikanische und afrodiasporische Menschen aus den verschiedenen Bezirken in Berlin.

Mit unserer Arbeit bieten wir Schwarzen Jugendlichen durch verschiedene Angebote:

  • positive Identifikationen für ihr Selbstbild und ihre persönliche Entwicklungen

  • konkrete, lebenspraktische Impulse, Unterstützung, Begleitung sowie langfristige und verlässliche Bindungen

  • eine Stärkung und fachliche Beratung der Organisationen, die mit ihnen arbeiten als auch

  • Konkrete Werkzeuge, die ermöglichen das eigene Leben (in Berlin, Deutschland) konstruktiv zu gestalten und Partizipation voranzutreiben

Wir wollen EOTO mehr und mehr hin zu einem konstanten, empowernden und vertrauensvollen Anlaufpunkt für Schwarze, afrikanische und afrodiasporische Jugendliche und junge PAD Menschen weiterentwickeln.

In der Arbeit liegt unser Fokus auf Empowerment, das wir hierbei als Ziel, Prozess, pädagogische Haltung und als Methode begreifen, um die genannten Zielgruppen in ihrer Identität und ihren lebensweltlichen Herausforderungen zu begleiten. In der Jugendarbeit mündet diese community-basierte Haltung in eine pädagogische Ethik, die von Intersektionalität, Empowerment, Parteilichkeit, Niedrigschwelligkeit und bedingungsloses Annehmen geprägt ist. Hierbei ist eine intersektionale Haltung und Arbeitsweise besonders wichtig, um verschiedenen Schwarzen, afrikanischen und afrodiasporischen Identitäten und Erfahrungen mit Mehrfachdiskriminierung sowie mit ihren Bedarfen und Bedürfnissen gerecht zu werden.

Ganz selbstverständlich gehört eine deutliche zum Empowerment Schwarzer Menschen ausgerichtete politische Haltung zu unserer Jugendarbeit. Außerdem verpflichtet sich unsere Jugendarbeit einem empathischen pädagogischen Ansatz, der kritisch und dennoch sensibel mit den Komplexitäten der Problemlagen um Anti-Schwarzem Rassismus umgeht und dabei sichere Räume erschafft, die es ermöglichen, über Erfahrungen sowie Individual- und Kollektivebedarfe zu sprechen.  

Den vielen verschiedenen Erfahrungen und Mehrfachzugehörigkeiten der Jugendlichen und Schwarzen Communities zu berücksichtigen und gerecht zu werden ist eine große Herausforderung für unsere Arbeit. Doch vertreten wir eine klare Position gegen Exklusionen in unseren eigenen Communities, und setzen deshalb Priorität auf die Schaffung von Austausch-Räume, in denen auch Konflikte aufgegriffen und gemeinsam bearbeitet werden können. Dabei gewinnen wir ein besseres Verständnis für die Bedarfe von jungen Schwarzen, afrikanischen und afrodiasporischen Menschen und können sie so zusätzlich in ihrer Vernetzungsarbeit untereinander unterstützen und bestärken.

Formate

Kontakt & AKTUELLE ANGEBOTE

Insta: (@eoto_blackyouth)

Email: jugend@eoto-archiv.de

Ansprechpersonen

Jessica Massóchua

(sie/ihr) Leitung

Sebastian Fleary

(er/ihn) Fachreferent Empowerment & Schwarze Jugendarbeit

Prince Ofori

(er/ihn) Koordination der jugendkulturellen Angebote

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Black Diaspora School

Ein wichtiges Ziel von Each One Teach One (EOTO) e.V. ist es, Schwarze Jugendliche zu empowern. In unserer Black Diaspora School (BDS) können sie einander treffen und gemeinsam für die Schule lernen - doch vor allem all das, was sie in der Schule (noch) nicht lernen können.  

Im Jahr 2015 hat die Black Diaspora School in Kooperation mit der akademie der autodidakten am Ballhaus Naunynstraße einen Film über Empowerment, Rassismus und das Leben Schwarzer Menschen im Wedding produziert. Das Werk wurde im Rahmen der Ballhaus Themenreihe We are Tomorrow – Visionen und Erinnerungen anlässlich der Berliner Konferenz von 1884 gezeigt. Nach diesen Erfahrungen hat die Black Diaspora School einen Antrag beim Berliner Projektfonds für Kulturelle Bildung gestellt und kann dank der Förderung nun das Projekt Triple X realisieren, bei dem sie für die Umsetzung verantwortlich ist. Mit ihrem Konzept für Beschwerdestellen gegen Rassismus und Diskriminierungen an Schulen gewann die BDS 2015 den ersten Preis des Rassismus - nicht mit mir! Projekts der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, war Mitgestalter*in bei zwei Jugendkonferenzen zum Thema Rassismus im Bildungssystem, gab Workshops für Erwachsene zu Diskriminierungen und Rassismus und war auf zahlreichen Podien zum Bildungssystem und kultureller Bildung vertreten. Für Sisters and Souls – Inspirationen durch May Ayim, ein Buch zu Schwarzen Communities in Deutschland, das beim Orlanda Verlag erschien, steuerte die Black Diaspora School einen Text bei und präsentierte das Werk gemeinsam mit der Herausgeberin Natasha A. Kelly und vielen anderen auf der Bühne des Berliner HAU Theaters.  

In Sisters and Souls schreiben die Teilnehmer*innen selbst über die BDS:

„Die Black Diaspora School ist ein Ort in mehrfachem Sinne. Ein Ort, an und in dem wir lernen, uns begegnen und austauschen, wohlfühlen, streiten und versöhnen, uns sein lassen und verändern, ein Ort, in und an dem wir Gemeinschaft sind, wachsen und Flügel bekommen“.

- Sisters and Souls – Inspirationen durch May Ayim, Orlanda Verlag, Berlin 2015, S.111

Die Black Diaspora School befasst sich mit den Themen afrikanische- und afrodiasporische Geschichte, Menschenrechte, Literatur und bietet zudem Prüfungsvorbereitung, Nachhilfe, Ferienangebote und den Austausch mit Vorbildern aus der Community. Treffen mit Angela Davis, Akua Naru, NoViolet Bulawayo und vielen weiteren Künstlerinnen und Aktivistinnen standen bei der Black Diaspora School bisher auf dem Programm. Die BDS entwickelt sich nach den Bedürfnissen der Jugendlichen, ihren Plänen nach der Schulzeit und ihren jeweiligen Interessen weiter. Jeden letzten Freitag im Monat sind Schwarze junge Menschen außerdem zu den Black Youth Fridayz eingeladen – zum gemeinsamen Musikhören, Austauschen, Kennenlernen und Netzwerken.

HAST DU FRAGEN?
+49 (0)30 513 041 63
info@eoto-archiv.de