2026-09-21 09:00:00

Mit Jason Arday Weitergehen

Schwarze Perspektiven für Hochschulen, Lehre und Forschung

Mit Jason Arday weitergehen Schwarze Perspektiven für Hochschulen, Lehre und Forschung

Am 14. August 2026 ist Professor Jason Arday im Alter von 41 Jahren gestorben. Jason Arday befand sich aufgrund anhaltender öffentlicher Anfeindungen und einer gezielten, rassistischen Hetzkampagne rechter und eugenisch motivierter Netzwerke sowie deren medialer Ausschlachtung in großer Bedrängnis. Sein Tod löste in Schwarzen Communities in Großbritannien, Europa und darüber hinaus tiefe Trauer, Entrüstung und Schrecken aus. In diesen Tagen vervielfältigen sich Zeugnisse, Erinnerungen und Einordnungen über die Umstände, in denen Jason Arday von uns ging, sowie sein rassismuskritisches Werk und Wirken als Bruder, Professor und Kollege; viele Stimmen ringen zugleich um Worte. Diese Stellungnahme geht aus solchen Gesprächen und Überlieferungen hervor und versteht sich als Teil von ihnen.

Unsere Stellungnahme versammelt erste Überlegungen, wie wir im Bereich von Universität, der Lehre und der Forschung im deutschsprachigen Raum mit Jason Arday weitergehen können. Schwarze Perspektiven, in denen der Blick auf intersektionale Rassismuserfahrungen Schwarzer Menschen sowie rassismuskritische, post- und dekoloniale Orientierungen zum Tragen kommen, bilden ihre Grundlage. Mit Jason Arday weiterzugehen bedeutet für uns, ernst zu nehmen, was sein vorzeitiger Tod aus einer Schwarzen Perspektive bedeutet. Mit ihm weiterzuExzegehen bedeutet für uns aber nicht nur, Veränderungen von Hochschulen einzufordern, sondern auch, uns als Communities afrikanischer Herkunft selbst zu fragen, welche Verantwortung wir füreinander tragen: Welche Maßnahmen müssen Hochschulen/Universitäten ergreifen, um dafür zu sorgen, dass Schwarze Menschen, die in westlich und weiß geprägten Institutionen arbeiten, forschen und lehren, dort nicht alleine bleiben? Welche Formen der Begleitung und des Schutzes braucht es für rassifizierte Menschen? 


Was uns Jason Ardays Tod über Institutionen zeigt: Struktureller Rassismus im Bildungssystem

“Du bist in eine Gesellschaft hineingeboren worden, die Dir mit brutaler Offenheit und auf vielfältige Weise zu verstehen gibt, dass Du ein wertloser Mensch bist. Von dir wurde nicht erwartet, nach Spitzenleistungen zu streben: "Von dir wurde erwartet, dass du dich mit Mittelmäßigkeit abfindest.“  (Baldwin 1963, Nach der Flut das Feuer)

Der Tod von Jason Arday zwingt uns, über die Bedingungen nachzudenken, unter denen Schwarze Menschen in Institutionen arbeiten und dort Sichtbarkeit erlangen. Struktureller Rassismus manifestiert sich im Alltag als Norm und Erwartungshaltung an spezifische Gruppen in der Gesellschaft, bestimmte Rollen und Funktionen einzunehmen - ihnen wird ein spezifischer Platz zugewiesen. Verlassen sie ihren Platz, werden sie beobachtet, infrage gestellt und sanktioniert. Die Unverhältnismäßigkeit der Angriffe gegen Jason Ardey durch Kolleg:innen und Presse im Namen akademischer Qualität spricht zum einen von einer solchen Irritation, denn durch seine Cambridge-Professur war er nicht mehr an dem Platz, dem ihm die britische Dominanzkultur als Schwarzem Mann im Autismus-Spektrum zugeordnet hatte. Zum anderen wird angesichts des Inhalts seiner Forschung – struktureller Rassismus im Bildungssystem – die Maßregelung deutlich, die entsteht, wenn rassifizierte Subjekte rassistische Strukturen anfechten. Diese mediale und auch institutionelle Hetzjagd, die Jason Arday erlitt, verweist auf die Disziplinierung, die Abweichungen von Rollenzwängen und was antirassistisches Engagement im Hochschulbereich nach sich ziehen kann. Sein Fall ist vor dem Hintergrund eines strukturellen Anti-Schwarzen Rassismus im Bildungssystem sowie angesichts erstarkender rechtspopulistischer und -radikaler Parteien und autoritärer Tendenzen auch für den deutschsprachigen Raum eine ernstzunehmende Warnung. Die Erfahrungen Schwarzer Menschen im Bildungssystem zeigen, dass dies kein individuelles Problem ist: Laut Afrozensus – einer von Each One Teach One e.V. umgesetzten Studie zu den Lebensrealitäten Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen in Deutschland – gaben zwei Drittel der Befragten (67,6 %) an, aufgrund rassistischer Zuschreibungen in Bildungssystemen bei gleicher Leistung schlechter bewertet zu werden als ihre Mitschüler:innen bzw. Kommiliton:innen. Des Weiteren gaben 52,9 % der Befragten an, dass ihnen aktiv vom Abitur oder Studium abgeraten wurde. Stattdessen wurde ihnen nahegelegt, “eine Ausbildung zu machen oder in den Bereichen Sport oder Entertainment zu arbeiten - und damit in Berufsfeldern, die im Rahmen von Anti-Schwarzem Rassismus musterhaft Schwarzen Menschen angetragen werden” (Aikins et al., 2021: 179). 

Seit Langem kämpfen antirassistische Initiativen im deutschsprachigen Raum für die nachhaltige Verankerung rassismuskritischer Strukturen an Hochschulen: unabhängige Beschwerde- und Beratungswege, Schutz vor digitaler und medialer Hetze, Empowerment,  Institutionalisierung rassismuskritischer Forschung, inklusive Zugangsmöglichkeiten und eine diskriminierungssensible Hochschulentwicklung. Über nicht-performative Lippenbekenntnisse oder neoliberale ‚Diversity‘-Label hinaus bleiben nachhaltige Erfolge bislang aus oder Errungenschaften werden im Rahmen von Kürzungen oder durch Verunglimpfung rassismuskritischer, post- und dekolonialer Forschung sogar zurückgedrängt.

Mit Jason Arday weiterzugehen heißt für uns, aus einer politisch Schwarzen Perspektive an einer Hochschulbildung festzuhalten, die Teil eines inklusiven, radikaldemokratischen Projekts ist – ein Projekt, das den Verwertungslogiken des rassifizierten Kapitalismus kritisch gegenübersteht und sich ihnen entzieht.

Nicht nur Zugang, sondern Schutz und Zugehörigkeit

Diversifizierung darf deshalb nicht bei der Öffnung von Türen enden. Schwarze Wissenschaftler:innen oder Schwarze Menschen in Mainstream Führungspositionen werden häufig als Zeichen institutionellen Fortschritts aufgebaut und symbolisch aufgeladen. Wenn sich aber die öffentliche Stimmung verändert, können dieselben Menschen mit derselben Wucht fallen gelassen werden. Struktureller Rassismus führt dazu, dass Schwarze Menschen zu Repräsentant:innen ihrer gesamten Gruppe gemacht werden. Beim Druck auf Erfolg, der den akademischen Betrieb prägt, stehen sie vor der Aufgabe, unter Beweis zu stellen, dass sie ihren Platz an der Hochschule überhaupt verdienen.

Jason Ardays Fall macht diese institutionelle Doppelmoral sichtbar. Wenn es begründete Fragen zu wissenschaftlichen Qualifikationen oder Plagiaten gibt, müssen diese geprüft werden, da sachliche Kritik und wissenschaftliche Standards schließlich für alle gelten. Aber gerade deshalb müssen derartige Verfahren unabhängig, fachlich kompetent und fair sein. Sie dürfen nicht durch öffentliche Vorverurteilung und mediale Demontage ersetzt werden. Wenn Bildungsinstitutionen Menschen berufen, tragen sie auch Verantwortung dafür, ihnen in solchen Situationen institutionellen Schutz und ein ordentliches Verfahren zu bieten.

Diversifizierung bedeutet daher nicht, marginalisierten Menschen lediglich Zugang zu Räumen zu gewähren, aus denen sie jahrhundertelang ausgeschlossen wurden. Es bedeutet, Bedingungen zu schaffen, unter denen sie gleichberechtigt, anerkannt und geschützt arbeiten können. Schwarze Menschen müssen in Institutionen nicht erst perfekt funktionieren, um dort sein zu dürfen. Sie müssen erfolgreich sein dürfen, (auch) Fehler machen dürfen, dabei sachlich kritisiert werden dürfen, ohne unverhältnismäßige Strafen und Belastungen zu erfahren.

Eine relationale Perspektive auf Hochschule

Besonders an Jason Arday ist, dass seine diskriminierungskritische Praxis über seine Texte hinausreichte und sich in seinem Umgang mit Studierenden, Rassismus und Diskriminierung an der Hochschule spiegelte. In seiner öffentlichen Kommunikation war sichtbar, dass Schwarze und afrikanische Traditionen eine wertvolle Ressource für eine andere Art von Lehre und sozialem Miteinander im Wissenschaftsbetrieb bildeten. So bezog er sich etwa auf Ubuntu, eine afrikanische Ethik und Praxis, die auf Gemeinschaft und Verbundenheit beruht. Es ging ihm darum, dass auch im Kontext der Hochschule Menschen nur durch andere Menschen und gemeinschaftlichen Zusammenhalt lernen und sich weiterentwickeln können. Ubuntu steht der auf individuellem Erfolg und Konkurrenz basierenden Leistungsgesellschaft, die sich gerade in einer hierarchisch organisierten Organisation wie der Universität zeigt, diametral entgegen. 

Wie stark diese Art von Bildung und Begegnung die Studierenden bewegt und angetrieben hat, kommt im Tribut von Jason Ardays Studierenden an der University of Cambridge zur Sprache. Ihre Perspektiven verweisen auf den Wert eines an Zuwendung und inklusiver Teilhabe orientierten Lernraums, der sich bewusst gegen ein Klima der Konkurrenz richtet und den Exzellenzanspruch akademischer Institutionen kritisch hinterfragt. Damit stellte Jason Arday allerdings genau die Werte in Frage, die den akademischen Alltag (insbesondere an Elite-Universitäten) weitgehend bestimmen. Viele Erinnerungen betonen Jason Ardays Fähigkeit, marginalisierten Studierenden Raum für Empowerment zu bieten, er sei präsent gewesen, wenn sie sich an ihn wandten und habe sie und ihre Familien dabei begleitet, gegen Diskriminierungen vorzugehen. 

In Bezug auf die Frage der Zugehörigkeit betonte Jason Arday die Relevanz der Verankerung Schwarzer Geschichte in die Curricula als Grundlage für die Anerkennung und Zugehörigkeit Schwarzer Communities in der demokratischen Gesellschaft. Jason Ardays Werk unterstreicht somit unsere Kämpfe gegen die strukturelle Marginalisierung der kolonialen Vergangenheit aus Schul- und Hochschulcurricula sowie der politischen Bildung und staatlicher Erinnerungspolitik (z.B. im bundesdeutschen Gedenkstättenkonzept) im deutschsprachigen Raum. 

Eine relationale Universitäts- und Hochschulpraxis im Sinne von Ubuntu und Empowerment für Schwarze und andere rassifizierte Gruppen fragt nach den Bedingungen dafür, dass unterschiedliche Menschen, Körper, Biografien und Wissensformen in ihr lernen, forschen und bleiben können. Sie weiß, dass Wissen nie aus dem isolierten Einzelnen entsteht, sondern in Beziehungen zwischen Lehrenden, Studierenden, Communities und Generationen steht, die die Türen zum Bildungssystemen geöffnet haben und zu jenen, für die wir sie offenhalten. Gerade Schwarze Wissensgeschichte erinnert daran, dass Bildung immer auch eine Praxis des gegenseitigen Hervorbringens gewesen ist: „Each one, teach one“ im Sinne von: „ich bin, weil wir sind“. Schwarze Wissensbestände werden durch kollektive Aufarbeitungsprozesse wie dem Betrauern Jason Ardays hervorgebracht und beständig erweitert. Anders als gängige Statistiken, Berufungszahlen und Diversity-Quoten machen die vielen Schwarzen Perspektiven auf Jason Ardays Tod spürbar, was es Schwarze Menschen kosten kann, in Institutionen sichtbar zu werden, während Institutionen Schwarzes Wissen verwerten, prüfen und begrenzen. 

Mit Jason Arday weiterzugehen bedeutet für Schwarze und andere rassifizierte und marginalisierte Communities aufzupassen, dass wir immer angebunden an Community und nicht alleine in diesen Institutionen unseren Weg suchen. Es bedeutet aufzupassen und (selbst-)kritisch zu bleiben, wenn wir in der neoliberalen Hochschule zu Repräsentant*innen diverser Gruppen gemacht werden. Es bedeutet Bildungssysteme nicht alleine, sondern in Verbindung miteinander über Orte, Disziplinen und Generationen Schwarzer Studierender, Lehrender und Forschender hinweg zu durchqueren und zu transformieren. Und es bedeutet noch mehr, Wert auf Verankerung zu legen und sich den neoliberalen Versprechungen zu entziehen.

 

Von Exzellenz zu kritischer Intersektionalität

Im Zentrum der Skandalisierungen Jason Ardays standen der Vorwurf des Plagiats sowie mangelnde wissenschaftliche Exzellenz. Im Rahmen rechter Politik und Stimmungsmache ist Verleumdungen von Akademiker:innen an der Schnittstelle von Rassismus, Ableismus und Geschlecht, wie sie auch im deutschsprachigen Raum zunehmend zu beobachten sind, dringend Einhalt zu gebieten. Die Auseinandersetzung um Jason Arday zwingt uns aber auch dazu, über „Exzellenz“ selbst zu sprechen. Denn Exzellenz erscheint in der Universität häufig als neutrale Messgröße: als ließe sich Qualität einfach feststellen, vergleichen und hierarchisieren. Rassismus- und Klassismus-kritische ebenso wie Critical-Disability-Perspektiven zeigen jedoch, dass die Maßstäbe, nach denen Leistung erkannt wird, historisch entstanden und institutionell organisiert sind. Sie entscheiden mit darüber, wessen Bildungswege als geradlinig, wessen Sprache als wissenschaftlich, wessen Biografie als plausibel und wessen Wissen als zitierfähig gilt. Für Schwarze Wissenschaftler:innen kann Sichtbarkeit deshalb eine widersprüchliche Bedingung werden: außergewöhnlich (exzellent) sein zu müssen, um gesehen zu werden und gerade im Gesehenwerden außergewöhnlich genau betrachtet zu werden.

Voraussetzung für ein inklusives Bildungssystem ist eine an intersektionaler Gerechtigkeit orientierte, selbstkritische und mutige Auseinandersetzung mit den Kriterien, nach denen Anerkennung, Entwicklung, Sprache, Produktivität und akademische Laufbahn bewertet werden. Die entscheidende Frage lautet dann nicht allein, wer die Hochschule erreicht, sondern welche Körper, Lernweisen, Lebensgeschichten und Formen des Wissens die Hochschule überhaupt als akademisch anerkennt. An diesem Punkt wird die Verwobenheit von Antirassismus und Disability Justice besonders deutlich und mahnt uns abermals, nicht-performative Anrufungen wie „Hochschule für Alle", „Inklusive Hochschule" oder „Diversity und Vielfalt an deutschen Hochschulen" aus dieser Perspektive zu überprüfen und neu zu denken.

Jason Ardays Weg wurde für viele junge Schwarze Menschen auch deshalb bedeutsam, weil er eine andere Möglichkeit verkörperte: Nämlich, dass akademische Zugehörigkeit nicht voraussetzen muss, bereits dem Idealbild der Institution zu entsprechen und sich verhärtete universitäre Strukturen transformieren können. Mit Jason Arday weiterzugehen heißt in diesem Sinne auch, die Richtung der Prüfung umzukehren. Nicht Menschen müssen beweisen sollen, dass sie gut genug für Hochschulen sind. Vielmehr stehen Hochschulen vor der Aufgabe zu beweisen, dass sie gut genug für die Menschen und das Wissen sind, die sie aufnehmen wollen. Exzellenz wäre aus dieser Sicht dann nicht strukturelle Auslese, sondern die Fähigkeit einer Institution, Bedingungen hervorzubringen, unter denen mehr Menschen denken, lernen, widersprechen, scheitern, sich entwickeln und Wissen schaffen können.

Mit Jason Arday weitergehen

Mit Jason Arday weiterzugehen bedeutet für uns daher weit mehr als eine Reformagenda für Hochschulen. Es bedeutet, strukturellen Rassismus im Bildungssystem sichtbar zu machen und zu bekämpfen, die Maßstäbe von Exzellenz, Anerkennung und Zugehörigkeit grundlegend infrage zu stellen sowie Schwarze Geschichte und Schwarzes Wissen fest in Bildung und Forschung zu verankern. Es bedeutet ebenso, Schwarze Menschen nicht als Symbole institutioneller Diversität zu behandeln, sondern als Menschen mit einem Recht auf Zugehörigkeit, Schutz, Entwicklung und ein menschliches Leben. Wir dürfen unsere Leute nicht alleine in Institutionen schicken und erwarten, dass sie dort isoliert bestehen; wir müssen aufmerksam sein, wenn Menschen erschöpft oder unter Druck geraten, und Strukturen der Begleitung und des Schutzes aufbauen, bevor die Krise da ist.

Jason Ardays Tod darf nicht zu nur weiteren Lippenbekenntnissen über Diversity und Inklusion führen. Er muss uns dazu bringen, neu darüber nachzudenken, was wir unter Zugehörigkeit verstehen – und wo wir sie herstellen. Es reicht aus rassismuskritischer Sicht nicht, Türen in Mainstreaminstitutionen aufzubrechen. Wir müssen auch Institutionen und Strukturen des Empowerments, des Wissens und der Solidarität bauen, damit niemand mehr das Gefühl haben muss, diesen Kampf allein führen zu müssen. So kann aus „Each one, teach one“ auch „Each one, hold one“ werden – damit wir nicht nur darum kämpfen, in diesen Institutionen bleiben zu dürfen, sondern miteinander Orte schaffen, an denen wir bleiben, wachsen, widersprechen, trauern und weitergehen können. Mit Jason Arday weiterzugehen heißt: nicht alleine weiterzugehen.

Zu den Organisationen

Each One Teach One (EOTO) e.V. ist eine Community-basierte Organisation von und für Schwarze, afrikanische und afrodiasporische Menschen. Im Wissenschaftsbereich engagiert sich EOTO unter anderem durch das Projekt Blackademia zur Stärkung junger Schwarzer Menschen auf ihren Wegen an und durch die Universität und verbindet Schwarze Forschende im Netzwerk Schwarze Perspektiven. Die Beratungs- und Monitoringstelle EACH ONE Antidiskriminierung unterstützt Betroffene in Fällen von Anti-Schwarzen Rassismus in Berlin. Mit dem Afrozensus, dokumentiert das Projekt seit vielen Jahren strukturelle Diskriminierung Schwarzer Menschen in Schule, Ausbildung und Universität. Derzeit baut EOTO die PAD Academy als Erwachsenenbildungsstätte im zukünftigen CUZ Community Zentrum auf.

Die Fachgesellschaft DeKolonial für rassismuskritische, postkoloniale und dekoloniale Theorie und Praxis e.V. versteht sich als inter- und transdisziplinäres Forum zwischen wissenschaftlichen Disziplinen und nicht-universitären Orten der Wissensproduktion wie Communities, soziale Bewegungen sowie kulturellen und künstlerischen Zusammenhängen. Ziel der Fachgesellschaft ist es, kritische Ansätze zu bündeln, zu entwickeln und zu fördern; im Fokus steht die Analyse ineinandergreifender Formen sozialer und globaler Macht-, Ausbeutungs- und Ungleichheitsverhältnisse.

Das Netzwerk Intersectional Disability Justice (IDJ) wurde im Jahr 2022 in Berlin gegründet, um Disability Justice mit einem starken intersektionalen Fokus in Deutschland zu etablieren. Intersektionalität bietet hier einen kritisch-feministischen Rahmen zur Analyse sozialer Beziehungen, in denen sich ineinandergreifende Formen der Diskriminierung entlang der sozialen Kategorien wie Behinderung, race, Gender, Klasse, Queerness etc. entfalten. IDJ strebt danach, Förderungen zum Diskriminierungsabbau und zur Entwicklung von Diversity-Konzepten an Hochschulen, sozialen Einrichtungen, Organisationen wie Bundes- und Landesbehörden, Stiftungen und NGOs mithilfe des aus Südafrika stammenden Anti-Bias-Ansatzes voranzubringen.

schwarzfeministisches kollektiv

Das schwarzfeministische Kollektiv bietet eine Plattform, um auf unterschiedliche Formen der Diskriminierung, Gewalt, Entmenschlichung und des systemischen Sterbenlassens aufmerksam zu machen. Wir intervenieren gegen die spezifischen Ausformung einer rassistisch-kapitalistischen, cis-heteropatriarchalen, ableistischen, klassistischen Welt(un)ordnung in der Schweiz.


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